Berufsbegleitende Intensivausbildung zum (zertifizierten) Mediator & zur (zertifizierten) Mediatorin

Mediation – Vermittlung in Konflikten

  • systemisch – praxisbezogen – interdisziplinär
  • von der Bezirksregierung Köln als berufliche Bildungsmaßnahme anerkannt
  • nach der Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung – ZMediatAusbV vom 21. August 2016
  • gemäß Kriterien des Bundesverbandes Mediation e. V. (BM)
  • gemäß Kriterien der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation e. V. (BAFM)
  • gemäß Kriterien des Bundesverbandes Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt e. V. (BMWA)
  • Bildungsscheck des Landes NRW
  • Prämiengutschein des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
  • Orte: Aachen oder Köln oder Berlin
  • Modelle: 7 Wochenenden oder 4 Wochen

Aktueller Hinweis zur:
Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung

Mediation ist ein strukturiertes, außergerichtliches und gewaltfreies Konfliktklärungsverfahren. Selbst in schwierigen, hoch eskalierten Streitfällen finden die Konfliktparteien zu einer einvernehmlichen Lösung.
Sie als Mediatorin oder Mediator sind neutral, vermittelnd und allparteilich – und ermöglichen den Parteien auf diese Weise, miteinander in einen konstruktiven Dialog zu gelangen, einander zuzuhören, die jeweiligen Konflikthintergründe zu verstehen und eine Lösung zu erarbeiten, mit der sich alle Beteiligten identifizieren können.

Sie sind weder Schiedsrichter, Beraterin oder Therapeut, noch haben Sie Interesse an einem bestimmten Konfliktausgang – Sie sind Klärungshelfer, das heißt, der Konflikt und dessen Lösung bleiben eigenverantwortlich in den Händen Ihrer Klientinnen und Klienten. In den meisten Fällen genügen ein bis zwei Mediationsgespräche, um eine tragfähige Lösung zu entwickeln.
Die Anwendungsbereiche von Mediation sind sehr vielfältig und wachsen stetig. Mediation erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit, unter anderem bei Trennung/Scheidung, in Familien- und Erbschaftsangelegenheiten, Konflikten in der Wirtschaft und Organisationen, der Nachbarschaft, Schule und Jugendeinrichtungen, im Täter-Opfer-Ausgleich …

Unsere berufsbegleitende Ausbildung zum Mediator und zur Mediatorin befähigt Sie, eigenständig Mediationen zwischen zwei oder mehr beteiligten Konfliktparteien (Gruppen, Teams, Firmen) durchzuführen.
Unser Angebot erfüllt die Anforderungen der Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung – ZMediatAusbV vom 21. August 2016, ist an den Kriterien des Bundesverbandes Mediation e. V. (BM), der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation e. V. (BAFM) und des Bundesverbandes Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt e. V. (BMWA) orientiert und richtet sich unter anderem sowohl an Angestellte als auch Selbstständige aus den Bereichen Psychologie, Medizin, Rechtswissenschaften, BWL/VWL, Pädagogik, Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Kommunikations- und Medienwissenschaften …
Ihre Teilnahme an unserer Ausbildung erfordert keine spezifischen Vorkenntnisse.

Wir vertreten einen systemischen und humanistischen, personenzentrierten Ansatz, in dessen Rahmen die Interessen und Bedürfnisse unserer Klientinnen und Klienten in den Mittelpunkt gestellt werden. Dadurch werden sie befähigt, eigenverantwortlich eine konstruktive und nachhaltige Konfliktlösung zu kreieren. Wesentliche Bestandteile unserer Ausbildung sind daher die „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Rosenberg und ein ausgewogenes Verhältnis von einerseits Theorie/Wissensvermittlung und gleichzeitig Praxiserfahrung in Form von Rollenspielen, Übungen, Praxisprojekten, Intervision und Supervision. Auf diese ganzheitliche Weise fördern wir die Entwicklung der erforderlichen Allparteilichkeit, der Empathie, gleichzeitig der professionellen Distanz, und vor allem der unbedingten Wertschätzung unseren Klienten gegenüber.

Mediation wird in allen Lebens- und Arbeitsbereichen erfolgreich eingesetzt: Eröffnen Sie sich neue Möglichkeiten!

Ausbildungsumfang und -inhalte

Unsere Ausbildung umfasst 200 Zeitstunden.
Die Termine sind wahlweise auf 7 Wochenenden oder 4 Wochen über 1 Jahr verteilt, wobei diese Termine explizit außerhalb der Schulferien liegen.
Die Ausbildungsstunden sind folgendermaßen gestaffelt:

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Ausbildung sind (die Details finden Sie in unseren Broschüren):

  • Theorie und Praxis unterschiedlicher Mediationsansätze,
  • Einführung des ethischen Selbstverständnisses für Mediation,
  • Konflikttheorie,
  • multidisziplinärer Hintergrund der Mediation,
  • Rahmen der Mediation,
  • Phasen der Mediation,
  • Anwendungsbereiche der Mediation und Abgrenzung zu anderen Verfahren,
  • Haltung des/der Mediators/in,
  • Selbstreflexion und Selbsterfahrung,
  • Gesprächs- und Interventionstechniken,
  • Grundkenntnisse aus Psychologie, Sozial- und Kommunikationswissenschaften und
  • Mediation und Recht.

Ausbildungszulassung

Um eine intensive und praxisbezogene Ausbildung zu ermöglichen, ist die Anzahl der Ausbildungskandidaten/innen pro Kurs auf 18 Personen begrenzt.

Die Zulassung zur Ausbildung erfolgt vor dem Hintergrund der Prüfung fachlicher und persönlicher Voraussetzungen.

Zertifikat

Bei regelmäßiger Teilnahme und nach bestandener Supervision und Abschlussprüfung erhalten Sie eine Bescheinigung über den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zum/zur zertifizierten Mediator/in (nach ZMediatAusbV): Darin sind alle inhaltlichen Schwerpunkte und erbrachten Leistungen gelistet.
Dieses Zertifikat wiederum ist die zentrale Voraussetzung zur Anerkennung als Mediator/in durch den Bundesverband Mediation e. V. (BM).
(Um die Anerkennung durch den BM zu erhalten, ist es ferner erforderlich, die eigene praktische Tätigkeit als Mediator/in zu dokumentieren. Mehr zum Anerkennungsverfahren erfahren Sie unter www.bmev.de – oder rufen Sie uns gerne an. Weiters ist im Zuge der „wechselseitigen Anerkennung“ der Mediationsverbände eine Mitgliedschaft/Zertifizierung sowohl bei der BAFM als auch beim BMWA möglich.)

Ausbildungskosten und Zeitpunkte

Unsere Ausbildung ist von der Bezirksregierung Köln als berufliche Bildungsmaßnahme anerkannt und damit von der Umsatzsteuerpflicht befreit (§ 4 Nr. 21 Buchst. a bb UStG).

Über die diversen Förderungsmöglichkeiten und Zuschüsse des Landes NRW, der Ministerien, der EU und der Bundesagentur für Arbeit beraten wir Sie sehr gerne.

Die genauen Termine, Seminarinformationen und Bewerbungsunterlagen finden Sie in diesen pdf-Broschüren:

Mediation – Jahresausbildung
Modell: 7 Kurswochenenden

Mediation – Jahresausbildung
Modell: 4 Kurswochen
Montag – Freitag

Auszüge aus den Broschüren zu den Inhalten:

Einführung in Theorie und Praxis I:
Grundlagen, Einleitung, Darstellung und Deeskalation

  • Grundlagen und Historie von Mediation
  • Marktüberblick und Anwendungsbereiche
  • Konflikttheorie und -definition, Konfliktarten und -lösung
  • Definition, Rahmen und Phasen von Mediation
  • Abgrenzung zu verwandten Formaten (Psychotherapie, Supervision, Coaching, Moderation …)
  • Grundhaltung in der Mediation, Ethik
  • Einleitungsphase, Organisatorisches, Rechtliches
  • Arten von Zielformulierungen
  • Darstellungsphase und Deeskalationstechniken
  • Psychologie der Gesprächsführung: Aktives Zuhören, Spiegeln, Paraphrasieren, Zusammenfassungen …

Einführung in Theorie und Praxis II:
Konfliktanalyse, Vertiefung, Lösung und Übereinkunft

  • Erhellungs-/Vertiefungsphase I
  • Eisbergmodell und Arten der Konfliktanalyse
  • Umgang mit Persönlichkeits- und Wertethemen in der Mediation
  • Grenzen von Mediation und Indikationsstellung für alternative Formate
  • Frage- und Analysetechniken
  • Möglichkeiten der Förderung der Empathie der Konfliktparteien: Perspektivenwechsel, Rollentausch …
  • Herbeiführen der Wende in der Mediation
  • Lösungsphase und Kreativtechniken
  • Phase der Übereinkunft, Realitäts-Check, externe Begutachtung, Vertragliches und Rechtliches

Vertiefung der Basiskompetenzen I:
Vorphase und authentische Gesprächsführung

  • Vorphasenkontakte und -gestaltung
  • Gewinnen von Konfliktparteien und Umgang mit Abwehr/Widerstand
  • Akquisition, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit/PR
  • non-direktive, klientenzentrierte Gesprächsführung
  • psychologische „Arbeitsverträge“, vertrauensbildende Maßnahmen in der Mediation und Aufbau tragfähiger Arbeitsbeziehungen
  • Vertiefung der Grundhaltung in der Mediation und Rollenklärung
  • „Gewaltfreie Kommunikation“ und „Gefühls-Echtheit“
  • Kommunikationsmodelle und Ich-Botschaften
  • Visualisierungsmöglichkeiten und -techniken I

Vertiefung der Basiskompetenzen II:
Wende im Konflikt und Strauß an Lösungen

  • Erhellungs-/Vertiefungsphase II
    Vertiefung von Frage- und Analysetechniken: systemische Fragen, zirkuläres Fragen, Wunderfragen …
  • Strukturen und Leitfäden für Perspektivwechseltechniken
  • Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen und Kritik
  • Abgrenzung von Gefühlen, Interessen, Bedürfnissen, Wünschen
  • 1001 Kreativtechniken: Brainstorming & Co., Kopfstandmethode, Worst Case, Assoziationstechniken …
  • Zeitmanagement in der Mediation, Zeitdruck als lösungsorientierte Intervention
  • Nachbereitung in der Mediation, Evaluation, Follow-Up
  • Supervision

Familienmediation:
Scheidung, Erbe und rechtliche Besonderheiten

  • Recht und Pflichtthemen bei Scheidungsmediation
  • Vertragsgestaltung in der Mediation
  • Umgang mit hoch eskalierten Konflikten
  • Kinder in der Mediation
  • Paarkonflikte und Optimierung von Beziehungsgestaltung
  • Erbstreitigkeiten
  • Einzelgespräche in der Mediation
  • Mediation und Geschlecht/Gender
  • Kurzmediation I und Stellvertretermediation
  • Selbsterfahrung und -reflexion I

Co-Mediation und Gruppenmediation:
„Vier Augen/Ohren-Prinzip“ und Mehrparteienkonflikte

  • Anwendungsbereiche, Vorteile und Vorgehensweise in der Co-Mediation
  • Konfliktdiagnose und -analyse bei komplexen Systemen
  • Arten von Mehrparteienkonflikten
  • Leitfäden für den Umgang mit Mehrparteienkonflikten
  • Moderation und Mediation in Großgruppen: Voraussetzungen, Setting-Gestaltung, Deeskalationsmöglichkeiten
  • Möglichkeiten des Motivierens großer Systeme
  • Umsetzungsphase bei komplexen Lösungen
  • Umgang mit Sympathien und eigener Betroffenheit
  • Supervision

Wirtschaftsmediation, Profit- vs. Non-Profit-Bereich:
Besonderheiten von Auftragsmediation; Mediation und Macht

  • Arten von Auftragsmediation
  • Organisationsaufstellungen
  • Arbeit mit Symbolen und Metaphern
  • Akquisition im Organisationskontext
  • Vorphasengestaltung und Auftragsklärung in der Organisationsmediation
  • Umgang mit Hierarchien und Macht
  • Gestaltung von zeitlimitierten Prozessen, Kurzmediation II
  • kreative und innovative Lösungstechniken im Organisationskontext
  • Selbsterfahrung und -reflexion II
  • Mediation und Mobbing

Planungsmediation, Mediation im öffentlichen Raum, Umweltmediation:
Wertethemen und Grenzen (?) von Mediation

  • Anwendungsfelder von Mediation im öffentlichen Raum
  • Besonderheiten von Planungsmediation
  • Mediation in der Politik
  • Herausforderungen bei (inter-)religiösen Konflikten
  • Umgang mit Wertethemen und Vorurteilen
  • Leitfäden zur Mediationsanbahnung bei vermeintlich nicht mediierbaren Konflikten
  • Chancen trotz Grenzen der Mediation
  • Supervision
  • gelungene Selbstvermarktung als Mediator/in

Mediation in Schule und bei Jugendlichen und Wahlvertiefungen I:
Arbeit mit Kindern – kein „Kindergarten“

  • Besonderheiten des Systems „Schule“
  • Arten von Schulmediation
  • Umgang mit Hierarchien und Macht in Schulen
  • Bearbeitung von Mobbing in Schulen
  • No Blame Approach, Klassenrat und Elternarbeit
  • Implementierung von Klassentrainings und Schulstreitschlichter-Programmen
  • Schule und Sprache
  • Wahlvertiefung I zu ausgewählten Anwendungsfeldern der Mediation

Interkulturelle Mediation und Wahlvertiefungen II:
Umgang mit Werten, Vorurteilen & Co.

  • Definition von Kultur und Kulturstandards
  • verbale und non-verbale Kommunikation im interkulturellen Kontext
  • Besonderheiten der Vorbereitung interkultureller Mediation
  • interkulturelle Mediation in Organisationen
  • Vertiefung des Umganges mit Wertekonflikten
  • Neuro Linguistisches-Programmieren (NLP) in der Mediation
  • Wahlvertiefung II zu ausgewählten Anwendungsfeldern der Mediation
  • Supervision

Täter-Opfer-Ausgleich, Supervision, Abschluss:
Zukunftsgestaltung mit Mediation

  • Täter-Opfer-Ausgleich als Spezialfall mediativer Gesprächsführung und Haltung im Täter-Opfer-Ausgleich
  • Vergleich Gerichtsverfahren versus Täter-Opfer-Ausgleich
  • Arbeit mit dem Inneren Team in der Mediation
  • mediationsanaloges Coaching
  • Humor und Provokation in der Mediation
  • Selbstsupervisionstechniken
  • Prüfung und Zertifikat
  • Evaluation und Qualitätssicherung
  • Networking, Berufsverbände, Supervisions- und Fortbildungskultur
  • Abschied und Feier

Für Rückfragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung!

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Stichworte: Ausbildung in Mediation, Mediator, Mediatorin, Mediationsausbildung, Bundesverband Mediation e. V., BM, Köln, Aachen, Berlin